Die internationale Gebetswoche für die Einheit der Christen 2026 fand Ende Jänner statt, wobei die Unterlagen von den Kirchen Armeniens vorbereitet wurden. Das Leitwort lautete „Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung in eurer Berufung“ basierend auf ein Wort aus dem Epheserbrief. Pater Andreas und Pfarrerin Birgit feierten gemeinsam in der Kirche in Reith.
Dieser Gottesdienst ist eine Adaption des „Sonnenaufgangsgebets“, einer der täglichen Gebetszeiten der Armenischen Kirche, die vom großen Katholikos (d.h. Oberhaupt der Kirche) St. Nerses „dem Gnädigen“ von Gla (†1173) zusammengestellt wurde. Es ist bedeutsam, dass der Heilige Nerses dieses Gebet, das in keiner anderen Kirche eine Entsprechung hat, mit einer spezifisch ökumenischen Absicht verfasste:
Die Symbolik von Christus, dem Licht, durchdringt die Gebete und Schriftlesungen und er wollte damit das Interesse einiger Sonnenanbeter, die sich von der Kirche abgewandt haben, wecken.
St. Nerses suchte also die verlorenen Schafe nicht durch Einschüchterung wiederzugewinnen, sondern durch ein kreatives und liebevolles Angebot des Allerbesten, was das christliche Zeugnis seiner Kirche zu
bieten hatte. Vielleicht kann dies als Vorbild für uns alle dienen, die wir uns um die christliche Gemeinschaft bemühen, die Gott für uns gewollt hat. Bemerkenswert ist auch, dass Armenien das erste Land war, welche das Christentum zu seiner offiziellen Religion erklärte. Dies zeigte Bürgermeisterin Claudia Kubelka in ihrer Einführung über die Armenisch-Apostolische Kirche auf.
