
Liebe Schwestern und Brüder!
Wenn die Tage kürzer werden, das Licht weicher wird und sich die Blätter der Laubbäume bunt färben, dann spüren wir: Der Herbst ist gekommen. Auch in unserem Kirchenjahr spiegelt sich diese Stimmung wider. Der Herbst mit der Fülle der Gaben, dem Erntedankfest und dem großen Versprechen Gottes: „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“ (Gen 8, 22) und dann gegen Ende des Kirchenjahres mit dem Ewigkeitssonntag und dessen Blick auf die Vergänglichkeit und dem Loslassen bis hin zur Hoffnung auf Vollendung und Auferstehung.
Der Herbst lädt uns ein, innezuhalten und neu auf das Wesentliche zu schauen.
Gerade am Ende des Kirchenjahres wird deutlich: Unser Leben ist eingebettet in einen größeren Rhythmus – in die Kreisläufe der Natur, aber auch in Gottes heilsgeschichtliches Wirken. So kann auch Kirche in dieser Zeit ein Ort werden, an dem wir erfahren, das Leben mit seinen Grenzen und Möglichkeiten im Licht des Glaubens zu deuten – in Dankbarkeit für das Gewesene und in Hoffnung auf das Kommende.
„Alles hat seine Zeit: geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen
hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit“ (Prediger 3, 1-2)
Stille werden.
Dem Rascheln der Blätter zuhören.
Dem Wind, der das Alte löst und das Neue vorbereitet.
Herbst ist eine Einladung, loszulassen.
Was darf gehen – und was soll bleiben?
Welche Früchte meines Tuns kann ich dankbar ernten?
Und wo darf ich Gott vertrauen, dass er Neues wachsen lässt,
auch wenn jetzt alles wie Abschied aussieht?
(gekürzt übernommen von Herbstgemeindebrief Schulamt Steiermark 2025)
Ein gesegnetes neues Arbeitsjahr mit Zeiten der Entspannung und des Aufbrechens
wünscht Ihnen/Euch herzlich
Ihre/Eure

