Pfarramt

Liebe Schwestern und Brüder!


Gerade in der Passionszeit und der vor uns liegenden Karwoche wird oft über die „Sterbe- und Krankensalbung“ nachgedacht. Eine Thematik, die ihre Wurzeln in den Handlungen Jesu und den Praktiken der frühen Kirche hat. Sie wurde von den Reformatoren nicht als Sakrament anerkannt, da die Sterbe- und Krankensalbung
nicht direkt von Jesus Christus gestiftet wurde, sondern auf die Worte im Jakobusbrief zurückgeht: „Ist jemand unter euch krank? Er rufe die Ältesten der Gemeinde….“.
Jak 5, 14-15

Dennoch wurde der Wert der Salbung immer respektvoll anerkannt, gerade da sie dem ganzheitlichen Bedürfnis des Menschen gerecht wird.

Anfänglich zurückgeführt auf die „letzte Ölung“, artikuliert sich auch in unserer Kirche seit Mitte des 20. Jahrhunderts der Ruf nach Verantwortung des menschlichen als geschöpflichen Lebens. So wurde versucht die Salbung mit Öl als biblisch begründetes Segensritual theologisch und als eine das Gebet begleitende Intensivform des Segens zu verstehen.


Vorreiter war die Evangelische Michaelsbruderschaft, in deren Reihen bereits 1949 der Wunsch entstand, dass Pfarrer bei Kranken und Sterbenden, die das Abendmahl nicht mehr empfangen können, nicht nur zu beten, sondern auch rituelle Handlungen vornehmen können. So ist es auch in unserer Pfarrgemeinde üblich. Jedoch ist zu bedenken, dass gerade die Feier des Heiligen Abendmahles und die Krankensalbung nicht „nur“ bei Sterbenden sinnvoll ist, sondern auch als Kräftigung und Heilung bei uns allen mit den Höhen und Tiefen des Lebens als eine Zuwendung Gottes gesehen werden muss.


Eine gesegnete Passionszeit in der Vorfreude auf das Osterfest,

Ihre/Eure

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